Ergänzung zum Veranstaltungstipp ”Unser täglich Öl“, 27.02.2011, 11:00 Uhr, eine Bildungs-Matinee im Foyer des Schauspielhauses Hannover:
Das gewählte Thema in allen Facetten zu beleuchten, Ursachen zu benennen und Lösungen für die Gesellschaft von heute zu finden, hätte einen mehrtägigen Kongress erfordert.
Denn es galt, den Bogen von den Ursprüngen des “Jagen und Sammelns” über die Bandkeramische Kultur zu spannen, im Industriezeitalter zu landen, den Weg in die industrielle Grüne Revolution zu finden und schließlich den Bodenverzehr und Energieverbrauch für die Massentierhaltung zu beschreiben – reichlich Stoff für zwei Stunden Vortrag und Diskussion.
“Unser täglich Öl” vermittelte den Hintergrund für das, was im Theaterstück “Unternehmen Hunger” gezeigt werden soll, z.B.:
* Düngemittel, überwiegend aus Erdgas produziert, oxidiert und verstärkt den Treibhauseffekt.
* Die Gewaltsamkeit der Agrarproduktion durch Landnahme.
* Ackerbau und Viehzucht, insbesondere von den industriellen Methoden der vergangenen zwanzig Jahre verschärft, haben den Menschen domestiziert - und nicht umgekehrt. Die Menschheit wird in Geiselhaft genommen.
* Wenn organische Masse oxidiert, treibt das den Klimawandel an. Deshalb ist die Erschöpfung der Ackerflächen eine Ursache für klimatische Umwälzungen: Drei bis vier Meter Mutterboden wurden in den Agrarstaaten in den vergangenen 150 Jahren verbraucht, was zur Klimaveränderung beigetragen hat – erkennbar anhand der Eisenbahnlinien, die höher als die Äcker liegen.
* Durch das Konsumverhalten und den Abbau von Ressourcen entstand die Abhängigkeit unserer Gesellschaft von hohen Verbräuchen. “Brot und Spiele” lenken von den elementaren Fehlentwicklungen ab: Die Lebensgrundlagen werden zerstört, ohne dass diese Tatsache einer breiten Öffentlichkeit bekannt wird.
Lösungen bestehen darin, den Stirb und Werde-Prozessen der Natur zu folgen und das Konsumverhalten an Nachhaltigkeit auszurichten. Konsumiert wird, was nach Verwendung, Genuss und Ernährung einen neuen Rohstoff zur Verfügung stellt.
Die Produktion von Gegenständen und Lebensmitteln liefert künftig nur noch Stoffe, die
* entweder dem Erdboden zugeführt
* oder im stofflichen Kreislauf gehalten werden.
Energetische Verwertung (= Verbrennung), Endlagerung in Deponien, weite Transportwege scheiden als Lösung aus.
Es gilt das “cradle to cradle“-Prinzip, das auch Wandelwerte verfolgt und die Revolution der neuen Genügsamkeit, die von der weltweiten Transition Towns-Bewegung ausgeht.
Ein Blick auf den derzeitigen Zustand des Wirtschaftens zeigt, dass bisher nur Ansätze für Lösungswege erkennbar sind. Um die Ziele zu erreichen, ist es wichtig, unermüdlich und mit einem wachsenden Kreis von Mitstreitern an einer Verbesserung der Situation zu arbeiten.

Ihre Kommentare, Ergänzungen, Meinungen zum Blog von Wandelwerte
14. Mai 2013 zum Artikel "Filmfest Utopianale in Hannover lädt ein":
Oooh, I’ll be waiting for your coenmmt on the movie! ^^May seems really fast by the way. I think Japanese...
27. Oktober 2012 zum Artikel "Studenten der Enactus Leibniz Universität Hannover unterstützen Wandelwerte-Aktivitäten":
Klasse Idee – Wir müssen uns sehen! Twizy meets...
3. Juli 2012 zum Artikel "Regionalgeld für Hannover":
Ergebnis des Treffens: Beim Treffen waren zwölf Personen anwesend – Multiplikatoren aus den unterschiedlichsten Bereichen,...