Schwarze Erde für Hannover


Mehr „Grüne Städte“ sollte es in Zukunft geben, fordert die EU Kommission und hat dazu sogar den Preis der „Grünsten Stadt Europas“ ausgelobt. Stadtväter bewerben sich, und wenn die Aufmerksamkeit auf die richtigen Projekte gelenkt wird, bestehen sogar Chancen für einen Gewinn. Hamburg wird 2011 diesen Titel offiziell tragen.

Hannover hat es nicht nötig, an solchen Projekten teilzunehmen: Nachweislich und uneinholbar ist die Landeshauptstadt bereits seit Jahren die grünste Stadt Deutschlands. Zahlreiche Grünflächen, berechnete Eurostat, sorgen dafür, dass hier 56 Quadratmeter grüne Lunge je Einwohner zur Verfügung stehen. Hamburg bietet seinen Einwohnern nur 34 Quadratmeter und zeigt dadurch, wo noch viel Nachholbedarf erforderlich ist: in der Aufforstung.

Ein Hektar neuer Wald würde der Atmosphäre pro Jahr rund 10 Tonnen Kohlendioxid (CO2) entziehen. Das ist zwar ein guter Beitrag zum Klimaschutz, aber viel zu wenig, um sich entspannt zurücklehnen zu können.

Denn Waldflächen lassen sich nicht beliebig vermehren. Deshalb werden insbesondere für industriestarke Standorte neue Lösungen benötigt. Schließlich sind auch Städte gefordert, einen Wandel in der CO2-Emission herbeizuführen. Die Initiative Wandelwerte® aus Hannover beschäftigt sich seit ihrer Gründung 2003 mit Nachhaltigkeitslösungen. Was mit Workshops in kleinen Lebenskreisen begann, geht mit ihrem neuesten Projekt weit darüber hinaus: Drastische CO2-Absorbierungen sind möglich, von denen Forstwirte nur träumen können.

Das geschieht mit der Produktion von Terra Preta – eine Ackertechnik indigener Völker. Dank einer neuartigen Kompostierungstechnik kommt es zu umfangreicher Entstehung aktiver Erde. Pro Hektar Ackerboden kann mit der Spezialerde rund 250 Tonnen CO2 längerfristig gespeichert werden – das 25fache des Wertes für Wälder.

Eine Anreicherung von alten Böden mit dieser neuen Erde führt zu einer deutlichen Reduzierung des CO2-Gehaltes in der Atmosphäre. Solche BodenBildung in der Stadt wird möglich, indem Stadtrandlagen oder alte, unbebaute Industriebrache genutzt werden. Sogar für Balkone könnte eine massenhafte BodenBildung erreicht werden, wenn Wandelwerte in Multiplikatoren-Workshops die Wege dorthin aufzeigt. Industrielle Produktionsstellen sind denkbar.

Eckdaten für Terra Preta:

  • Erde mit anthropogenem Ursprung, von Menschen hergestellt und nicht in der Natur vorkommend
  • Im Gegensatz zur Kompostierung eine konservierende Methode, die Mikroorganismen erhält, weil die Prozesse bei niedrigen Temperaturen ablaufen
  • Erfolgsmethode: Ende 2007 beauftragte die Gemeinde Morbach eine vom rheinland-pfälzischen Umweltministerium geförderte Studie an das IfaS (Institut für angewandtes Stoffstrommanagement am Umweltcampus Birkenfeld). Diese Studie wurde von der Firma areal maßgeblich mitgestaltet und durchgeführt. http://www.das-gold-der-erde.de/index.php?id=5, http://www.stoffstrom.org
  • Es bestehen für Kleinhaushalte auch Erfahrungen mit Kaninchen- und Katzendung
  • Erforderlich: Bioaktive Holzkohle, die mit Pyrolyse gewonnen wird. Begutachtung und Zertifizierung durch CEB Energy, Hannover. http://ceb-energy.com/index.html
  • Ersatz für Torferde
  • Besseres Wasserhaltevermögen
  • Höhere Flächenproduktivität
  • Regionale Wertschöpfung durch Stoffstrom-Management
  • CO2-Speicherung und Absorbierung, ggf. für CO2-Gutschriften im Zertifikatehandel einsetzbar
  • Gilt als Startersubstanz, die gefüttert werden kann und wächst. 

2010 fanden erste Kooperationsgespräche statt, die wir 2011 weiter ausbauen wollen.